Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?
Kopfschmerz ist zunächst ein Symptom und keine einzelne Diagnose.
Zu den häufigsten primären Kopfschmerzerkrankungen gehören:
- Spannungskopfschmerzen
- Migräne
- Clusterkopfschmerzen und andere seltenere Kopfschmerzformen
„Primär“ bedeutet dabei, dass der Kopfschmerz selbst die Erkrankung darstellt und nicht nur Symptom einer anderen Erkrankung ist. (gesundheit.gv.at)
Daneben können Kopfschmerzen beispielsweise durch Infekte, Medikamente, Verletzungen oder andere medizinische Ursachen entstehen.
Diese Unterscheidung ist wichtig: Nicht jeder Kopfschmerz sollte auf Nacken oder Muskulatur zurückgeführt werden.
Wie fühlen sich Spannungskopfschmerzen an?
Spannungskopfschmerzen gehören zu den häufigsten Kopfschmerzformen.
Typischerweise werden sie als dumpf und drückend beschrieben. Manche Menschen spüren sie hauptsächlich an Stirn oder Schläfen, andere am gesamten Kopf. Häufig entsteht das Gefühl, als würde ein enges Band oder ein zu enger Hut um den Kopf liegen.
Meist sind die Schmerzen leicht bis mittelstark und werden durch normale körperliche Aktivität nicht wesentlich stärker. Typische Migränebegleiterscheinungen wie starke Übelkeit oder ausgeprägte Lichtempfindlichkeit fehlen normalerweise. (gesund.bund.de)
Trotz des Namens ist wichtig:
Spannungskopfschmerzen werden nicht einfach durch verspannte Muskeln verursacht.
Die genaue Entstehung ist bis heute nicht vollständig geklärt. Muskuläre Faktoren können eine Rolle spielen, erklären das Beschwerdebild aber nicht alleine. (gesund.bund.de)
Kopfschmerzen und Nackenbeschwerden
Trotzdem treten Kopf- und Nackenschmerzen häufig gemeinsam auf.
In unseren Praxen sehen wir beispielsweise Beschwerden:
- direkt am Übergang zwischen Schädel und Halswirbelsäule
- seitlich am Hinterkopf
- an den Schläfen
- stirnbandartig um den Kopf
- vom Schultergürtel oder Nacken nach oben ziehend
Gerade der Bereich unmittelbar unterhalb des Hinterkopfes kann empfindlich sein. Dort befinden sich zahlreiche kleine Muskeln und Muskelansätze, die bei Nackenbeschwerden ebenfalls auffällig sein können.
Wie wir Kopfschmerzen und Nacken untersuchen
Beim ersten Termin möchten wir zunächst verstehen, wie deine Kopfschmerzen auftreten.
Wir fragen beispielsweise:
- Wo sitzt der Schmerz?
- Ist er ein- oder beidseitig?
- Ist er drückend, ziehend, stechend oder pulsierend?
- Wie häufig tritt er auf?
- Wie lange hält er an?
- Gibt es gleichzeitig Nackenschmerzen?
- Verändert sich der Schmerz bei bestimmten Kopfbewegungen?
- Treten Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit auf?
- Gibt es Sehstörungen oder andere neurologische Symptome?
- Welche Rolle spielen Schlaf, Belastung oder Stress?
- Besteht bereits eine ärztliche Diagnose?
Danach untersuchen wir unter anderem Beweglichkeit und Funktion der Halswirbelsäule und des Schultergürtels.
Wir schauen beispielsweise, ob bestimmte Bewegungen eingeschränkt sind, Beschwerden reproduzieren oder ob deutliche muskuläre Auffälligkeiten bestehen.
Je nach Situation können weitere neurologische und bewegungsbezogene Tests hinzukommen.
Dabei gilt für uns:
Wir behandeln nicht einfach „Kopfschmerz“, sondern die Faktoren, die sich bei der Untersuchung tatsächlich zeigen.
Welche Rolle kann Chiropraktik spielen?
Der Schwerpunkt unserer Arbeit im ChiroZentrum liegt auf der Chiropraktik.
Wenn gleichzeitig mit den Kopfschmerzen relevante Bewegungseinschränkungen oder Beschwerden der Halswirbelsäule bestehen, können chiropraktische beziehungsweise manuelle Techniken Bestandteil der Behandlung sein.
Welche Bereiche wir behandeln, richtet sich nach dem individuellen Befund.
Bei Spannungskopfschmerzen können manuelle Verfahren als eine von mehreren nicht medikamentösen Maßnahmen infrage kommen. Auch Bewegung, Entspannung und Ausdauersport können zur Vorbeugung sinnvoll sein. (gesund.bund.de)
Muskuläre Beschwerden und Dry Needling
Wenn gleichzeitig ausgeprägte muskuläre Beschwerden im Nacken- und Schulterbereich auftreten, können wir diese ebenfalls gezielt behandeln.
Eine Möglichkeit ist Dry Needling. Dabei werden sehr dünne Nadeln in ausgewählte Muskelbereiche beziehungsweise Triggerpunkte eingebracht. Wir setzen es dann ein, wenn bei der Untersuchung zusätzlich relevante muskuläre Beschwerden vorhanden sind.
Je nach Befund können außerdem physiotherapeutische Techniken, Mobilisation oder aktive Übungen Teil der Behandlung sein.
Bewegung und Entspannung
Bei wiederkehrenden Spannungskopfschmerzen lohnt es sich häufig, nicht nur auf den Moment der Schmerzen zu schauen. Stress, Schlaf, körperliche Aktivität und andere Alltagsfaktoren können das Auftreten von Kopfschmerzepisoden beeinflussen.
Regelmäßiger leichter Ausdauersport sowie Entspannungsverfahren können bei Spannungskopfschmerzen vorbeugend sinnvoll sein. Besonders gut untersucht ist beispielsweise die progressive Muskelentspannung. (gesund.bund.de) (gesund.bund.de)
Wenn wir bei dir gleichzeitig Einschränkungen im Nacken oder Schulterbereich feststellen, können zusätzlich gezielte Bewegungsübungen sinnvoll sein.
Unser Ziel ist dabei nicht, dir möglichst viele Übungen mitzugeben, sondern Maßnahmen, die sich tatsächlich in deinen Alltag integrieren lassen.
Spannungskopfschmerz oder Migräne?
Spannungskopfschmerzen und Migräne unterscheiden sich häufig deutlich voneinander.
Spannungskopfschmerzen sind typischerweise eher:
- dumpf oder drückend
- leicht bis mittelstark
- häufig beidseitig
- durch normale Bewegung nicht wesentlich verstärkt
Migräne ist dagegen häufig:
- mittelstark bis stark
- pulsierend oder pochend
- einseitig
- durch Bewegung verstärkt
- mit Übelkeit sowie Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit verbunden
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Migräne eine eigenständige neurologische Erkrankung ist. (gesundheit.gv.at)
Deshalb behandeln wir das Thema Migräne auf einer eigenen Seite.
Wann sollten Kopfschmerzen ärztlich abgeklärt werden?
Wiederkehrende oder neu auftretende Kopfschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn unklar ist, um welche Kopfschmerzform es sich handelt.
Besonders wichtig ist eine schnelle medizinische Abklärung unter anderem bei:
- plötzlich erstmals auftretenden starken Kopfschmerzen
- deutlicher Veränderung bereits bekannter Kopfschmerzen
- Fieber und starken Kopfschmerzen
- neuen Kopfschmerzen während einer Schwangerschaft
- neu auftretenden Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr
- neurologischen Auffälligkeiten
Ein schlagartig einsetzender extremer Kopfschmerz, der innerhalb weniger Minuten seine maximale Stärke erreicht, ist ein medizinischer Notfall.
Dasselbe gilt beispielsweise bei Kopfschmerzen zusammen mit Lähmungen, ausgeprägten Sehstörungen, Bewusstseinsstörungen oder epileptischen Anfällen. In Österreich sollte in solchen Fällen die Rettung unter 144 verständigt werden. (gesundheit.gv.at)
Dein erster Termin bei Kopf- und Nackenschmerzen
Beim Ersttermin möchten wir zunächst verstehen, welche Art von Beschwerden du hast und ob sich Hinweise auf eine Beteiligung von Halswirbelsäule, Muskulatur oder Bewegungsfunktion ergeben.
Wir testen und analysieren deine Situation Schritt für Schritt und erklären dir dabei, was wir machen und warum wir es machen.
Je nach Befund können unter anderem folgende Ansätze infrage kommen:
- chiropraktische oder manuelle Techniken
- Mobilisation
- physiotherapeutische Behandlung
- aktive Übungen
- Dry Needling bei relevanten muskulären Beschwerden
- Koordinations- oder Gleichgewichtsübungen
Wenn sich dagegen Hinweise ergeben, dass deine Kopfschmerzen zunächst neurologisch oder anderweitig medizinisch abgeklärt werden sollten, hat diese Abklärung Vorrang.
Kopfschmerzen in Wien untersuchen lassen
Wenn Kopfschmerzen wiederholt gemeinsam mit Nackenbeschwerden, eingeschränkter Beweglichkeit oder muskulären Beschwerden auftreten, kannst du einen Termin im ChiroZentrum Wien vereinbaren.
Unsere Praxis befindet sich im 7. Wiener Gemeindebezirk.
Wir untersuchen deine Beschwerden und besprechen anschließend mit dir, ob und welcher Behandlungsansatz für deine Situation sinnvoll ist.
Lass deine Kopfschmerzen im ChiroZentrum untersuchen.