Woher können Nackenschmerzen kommen?
In vielen Fällen lässt sich bei Nackenschmerzen keine einzelne strukturelle Ursache feststellen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen, z.B. muskuläre Überlastung, ungewohnte Belastungen, eingeschränkte Bewegung oder Stress. Auch Sport und die alltägliche Belastung der Halswirbelsäule können eine Rolle spielen. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt unter anderem ungünstiges Liegen im Schlaf und längeres Sitzen am Schreibtisch als mögliche Auslöser.
Deshalb bedeutet ein verspannter Muskel nicht automatisch, dass genau dieser Muskel die alleinige Ursache der Beschwerden ist.
Umgekehrt ist auch eine eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule nur ein Teil des Gesamtbildes.
Für uns ist daher entscheidend, zunächst zu untersuchen, welche Bewegungen funktionieren, welche Beschwerden provozieren und wie die verschiedenen Bereiche miteinander zusammenspielen.
Häufige Beschwerden am Übergang zwischen Kopf und Nacken
Eine Region, die uns in der Praxis besonders häufig begegnet, liegt direkt unterhalb des Hinterkopfes. Dort, wo der Schädel in die Halswirbelsäule übergeht.
Beschwerden können sich hier zum Beispiel äußern als:
- Druck oder Ziehen direkt unterhalb des Schädels
- einseitige Schmerzen rechts oder links am Hinterkopf
- verspannte oder druckempfindliche Nackenmuskulatur
- Schmerzen beim Drehen oder Neigen des Kopfes
- Beschwerden beim Blick nach oben
- eingeschränkte Beweglichkeit der Halswirbelsäule
- Spannung, die sich bis in Schultern oder oberen Rücken zieht
Nackenschmerzen können außerdem mit Kopfschmerzen einhergehen.
Wie wir Nackenschmerzen untersuchen
Beim ersten Termin möchten wir zunächst verstehen, wie sich deine Beschwerden äußern und was sie beeinflusst.
Danach untersuchen wir unter anderem die Beweglichkeit der Halswirbelsäule und angrenzender Bereiche. Wir schauen beispielsweise, ob bestimmte Dreh-, Neige- oder Streckbewegungen eingeschränkt sind oder deine bekannten Beschwerden auslösen.
Wir erklären dir während der Untersuchung, was wir testen und welche Überlegungen hinter der jeweiligen Behandlung stehen. Du musst also nicht mit einer fertigen Diagnose oder einer Vorstellung davon zu uns kommen, welche Technik du benötigst.
Nackenschmerzen und Kopfschmerzen
Kopf und Nacken liegen anatomisch eng beieinander, entsprechend häufig berichten Menschen mit Nackenbeschwerden auch von Kopfschmerzen.
Diese können ganz unterschiedlich auftreten: vom Hinterkopf nach oben ziehen, an den Schläfen spürbar sein oder sich wie ein Band um den Kopf legen.
Bei solchen Beschwerden schauen wir uns an, ob sich während der Untersuchung Hinweise darauf ergeben, dass der Nacken oder der Schultergürtel eine relevante Rolle spielt.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen unterschiedlichen Kopfschmerzformen. Spannungskopfschmerzen, Migräne, Clusterkopfschmerzen und andere Kopfschmerzarten sind nicht dasselbe und benötigen teilweise eine ganz andere medizinische Abklärung und Behandlung.
Was ist mit Migräne?
Auch Menschen mit Migräne berichten häufig von Nackenschmerzen. Wie die American Migraine Foundation erklärt, können Nackenbeschwerden Teil einer Migräneattacke sein und bedeuten nicht automatisch, dass der Nacken die Migräne verursacht. Migräne selbst ist eine eigenständige neurologische Kopfschmerzerkrankung und nicht einfach eine Folge einer „blockierten Halswirbelsäule“.
Wenn du bereits eine diagnostizierte Migräne hast und gleichzeitig deutliche Nackenbeschwerden bemerkst, können wir deshalb untersuchen, ob es zusätzlich behandelbare muskuläre oder bewegungsbezogene Faktoren im Nackenbereich gibt.
Eine chiropraktische oder physiotherapeutische Behandlung ersetzt dabei nicht die medizinische Diagnostik und Behandlung einer Migräne.
Chiropraktik bei Nackenschmerzen
Wenn wir bei der Untersuchung Bewegungseinschränkungen feststellen, können gezielte chiropraktische Justierungen Teil der Behandlung sein. Dabei setzen wir kurze und präzise Impulse an ausgewählten Gelenken ein.
Welche Bereiche wir behandeln und ob eine Justierung überhaupt sinnvoll ist, entscheiden wir jedoch nicht allein danach, wo du Schmerzen hast.
Unser Ansatz verbindet klassische chiropraktische und physiotherapeutische Untersuchungsmethoden mit Elementen der Brain-Based Chiropractic. Dabei beziehen wir das Zusammenspiel zwischen Bewegung, Wahrnehmung und Nervensystem stärker in die Untersuchung ein. Je nach Befund können beispielsweise Bewegung, Koordination, Gleichgewicht oder andere sensorische Informationen berücksichtigt werden.
Wenn die Muskulatur eine Rolle spielt
Gerade bei Nackenschmerzen sind häufig auch Muskeln empfindlich, verspannt oder stark belastet. Deshalb kann es Situationen geben, in denen wir nicht nur an der Beweglichkeit der Halswirbelsäule arbeiten, sondern zusätzlich muskuläre Strukturen behandeln. Hier können beispielsweise physiotherapeutische Techniken, aktive Übungen oder Dry Needling zum Einsatz kommen.
Beim Dry Needling werden sehr dünne Nadeln gezielt in bestimmte Muskelbereiche bzw. Triggerpunkte eingebracht. Im ChiroZentrum verwenden wir diese Methode vor allem dann ergänzend, wenn wir bei der Untersuchung eine relevante muskuläre Komponente feststellen.
Bewegung statt dauerhafter Schonung
Wenn der Nacken schmerzt, entsteht schnell das Bedürfnis, den Kopf möglichst wenig zu bewegen.
Bei unkomplizierten Nackenschmerzen ist dauerhaftes Ruhigstellen jedoch meist nicht sinnvoll. Regelmäßige Bewegung und eine schrittweise Stärkung der Muskulatur gehören zu den zentralen Empfehlungen bei unspezifischen Nackenschmerzen.
Aktive Übungen können schon bei akuten Nackenschmerzen sinnvoll sein. Halten die Beschwerden länger an, empfiehlt die DEGAM-S3-Leitlinie zu nicht-spezifischen Nackenschmerzen (2025, Empfehlungen 38 und 39) Bewegungstherapie ausdrücklich als Bestandteil der Behandlung.
Wir möchten Übungen finden, die zu deinem Befund passen und sich realistisch in deinen Alltag integrieren lassen.
Das kann beispielsweise bedeuten, an Beweglichkeit, Kontrolle oder Kraft zu arbeiten, oder bestimmte Bewegungen wieder schrittweise aufzubauen, die du aufgrund der Beschwerden zunehmend vermieden hast. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse im Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy (2023) zeigt, dass Krafttraining und Übungen zur Bewegungskontrolle bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzen Schmerzen und Funktionseinschränkungen verbessern können.
Dein erster Termin bei Nackenschmerzen
Beim Ersttermin nehmen wir uns Zeit, deine Beschwerden und deine aktuelle Situation kennenzulernen.
Danach testen und analysieren wir deine Bewegungs- und Funktionsfähigkeit. Wenn es sinnvoll ist, beginnen wir bereits beim ersten Termin mit der Behandlung.
Wir erklären dir dabei Schritt für Schritt, was wir machen und warum wir es machen.
Wir möchten zuerst verstehen, was sich bei dir tatsächlich zeigt und darauf aufbauend die Behandlung auswählen.
Nackenschmerzen in Wien behandeln lassen
Wenn Nackenschmerzen deine Beweglichkeit, deinen Alltag oder deinen Sport einschränken, kannst du einen Termin im ChiroZentrum Wien vereinbaren.
Unsere Praxis befindet sich im 7. Wiener Gemeindebezirk. Beim Ersttermin untersuchen wir deine Beschwerden ausführlich und besprechen anschließend mit dir, welche Behandlungsschritte sinnvoll sind.